Affrikaten, Nasale und Approximanten…

… sind keine Namen von unerreichten Volksgruppen, sondern nur ein paar Beispiele von dem, was uns seit einiger Zeit so durch den Kopf geht: hier kommt eine Zusammenfassung unserer ersten Linguistik-Wochen! Ich hatte die Wahl entweder einen langweiligen Bericht darüber zu schreiben wie man eine Sprache analysiert, die man selber nicht kennt ODER euch einfach einen kleinen Einblick in das zu geben, was bei uns gerade so alles passiert. Ich habe mich für Letzteres entschieden (und vielleicht wirst du mir dafür noch danken… :))

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Unterrichtsalltag

Dieses Semester ist bisher nicht einfach für uns gewesen! Gleichzeitig ist Gott einfach so treu und lässt uns gerade viele verschiedene Dinge lernen. Friedhelm und ich nehmen beide am Linguistik Kurs teil und wir mussten uns als Familie ganz schön an die neue Situation anpassen. Besonders der erste Monat war sehr stressig und herausfordernd. Wir lernen fast jeden Tag etwas Neues, an manchen Tagen haben wir auch nachmittags Unterricht und arbeiten meist bis spät in die Nacht an Hausaufgaben. Wir sind deshalb oft müde… Unsere Mitschüler und wir gelten hier schon als die “nicht-exisitierenden Linguistik Studenten” – weil man uns so selten draußen sieht 🙂  Wenn wir den Kurs im nächsten Frühjahr abschließen, werden wir Teile von ca. 140 verschiedenen Sprachen analysiert haben! Vor ein paar Tagen haben wir uns mit Deutsch beschäftigt. Es war ziemlich witzig, wie sowohl Friedhelm als auch ich dabei ganz schön durcheinander kamen – wer denkt schon beim Sprechen über die Grammatik nach?! Unsere amerikanischen Mitschüler stellten uns Fragen wie : “Warum ist “das Fräulein” Neutrum und nicht Femininum?!” worauf wir meistens nur mit den Schultern zucken konnten – das ist halt einfach so… 🙂

Friedhelm bei den Hausaufgaben
Friedhelm bei den Hausaufgaben

Uns beiden gefällt der Unterricht bisher (meistens) sehr gut, und trotzdem gibt es viele Herausforderungen, die Gott gerade benutzt, um uns näher zu ihm zu bringen. Wir müssen noch viel lernen, zum Beispiel wie wir unsere Zeit am besten einteilen, sodass wir einen guten Ausgleich zwischen Hausaufgaben und Zeit für die Familie finden. Nach den ersten ziemlich stressigen Wochen des Unterrichts haben wir entschieden, dass ich etwas zurücktrete, um besser für die Jungs da sein zu können. Es war einfach zu viel und ich stand unter ständigem Druck. Ich gehe immer noch morgens in den Unterricht und arbeite hin und wieder and den Hausaufgaben, muss sie aber nicht mehr einreichen. Diese Lösung scheint für uns alle am besten zu sein. Am Anfang des Semesters hatte Linus noch einige Gesundheitsprobleme, und außerdem scheint es diese Semester so, als würden wir jeden einzelnen Virus einfangen, der hier auf dem MTC Campus herumgeht. Deshalb mussten wir viel Unterricht verpassen. Aber seit ich nicht mehr die volle Leistung im Kurs bringen muss, ist alles sehr viel entspannter geworden. Friedhelm ist immer noch voll dabei. Was ihn motiviert ist die Tatsache, dass Gott jede einzelne dieser Sprachen geschaffen hat, also müssen sie einfach logisch aufgebaut sein! (Es ist doch nicht geschummelt, wenn man den Erfinder aller Sprachen bei den Hausaufgaben um Hilfe bittet, oder…?)

Linus und ich bei den Hausaufgaben :)
Linus und ich bei den Hausaufgaben 🙂

Gott ist uns in diesen letzten Wochen so treu gewesen! Wir erfahren wirklich, dass Er ein guter Vater ist, und dass Er sich gut um uns kümmert. Er weiß genau, was wir brauchen und wann wir es brauchen. Er gibt die Kraft für jeden einzelnen Tag und hat uns hier gute Freunde gegeben, mit denen wir tolle geistliche Gemeinschaft haben können. Und es ist einfach schön zu sehen wie er schwierige Zeiten wie diese benutzt, um uns zu zeigen, wie ungeheuer nötig wir Ihn brauchen. Wir haben noch sehr sehr viel zu lernen, und wir sind dabei zu lernen, Ihn jeden Tag um Weisheit anzuflehen. Und Er antwortet, jeden Tag neu. Ja, die letzten Wochen sind schwierig gewesen – aber wir möchten sie auf keinen Fall missen!